Kriterien und Standards
Folgende Kriterien für eineemanzipatorische Weiterbildung bzw. eine geschlechtergerechte Didaktik sind für uns ein Mindeststandard:
Bereich Unternehmung/ Personal/ Stellenbesetzung
- Es wird Personal mit Berufserfahrung in der Frauenbildungsarbeit bzw. mit frauenpolitischen Hintergrund oder mit Nachweis für ein absolviertes Gender-Training eingestellt bzw. beschäftigt.
- Die Unternehmung organisiert Fachveranstaltungen für die Dozentinnen und Dozenten, um sich in Genderfragen weiterzubilden.
Bereich Curriculum
Zielgruppenspezifisches Curriculum: Lerninhalte knüpfen an geschlechtsspezifische Lebenserfahrung von männlichen und weiblichen TeilnehmerInnen an.
- Transparenz der Lernwege.
- Lernerfolgskontrolle: Achtet die Trainerin oder der Trainer dabei auf die unterschiedliche Kommunikationskompetenz von Frauen und Männern?
- Nicht das kognitive Lernen sollte dominieren, sondern affektives und motorisches Lernen in konkret-operationaler Form gleichrangig angestrebt sein.
Bereich Rahmenbedingungen/ Ausstattung
- Lern- und Kommunikationsräume sollen der Arbeit in Kleingruppen förderlich sein (Lerninseln), denn dies entspricht den Lernbedürfnissen von Frauen.
- Familienfreundliche Unterrichtszeiten.
Bereich Lehr- und Lernarrangement
- Berücksichtigung der unterschiedlichen Lernstrategien (z.B. exemplarisches Lernen, Gruppenarbeit, Parteinahme und Kooperation) von Frauen und Männern.
- Pädagogische Interventionen bei männlicher Dominanz.
- Vermeidung von klassischen Rollenteilungen in Arbeitsgruppen.
- Einbeziehung von weiblichen und männlichen Wertmaßstäben.
- Fraueneinschließendes Sprachverhalten.
- Eingehen auf besondere Probleme von Frauen am Arbeitsplatz (sexuelle Belästigung, Arbeitsrecht, Aufstiegschancen, Vereinbarkeit Familie und Beruf).
- Frauenrelevante Themen werden angesprochen (z.B. Gleichstellung, Rentenfragen).
- Eine Atmosphäre schaffen, in der auch Fehler gemacht werden dürfen.
- Dozenten und Dozentinnen müssen sich der Beteiligung an sexistischen Verhaltensweisen entziehen.
- Wenn Teilnehmerinnen Geschlechterfragen ansprechen, sollten sie von den Dozenten und Dozentinnen unterstützt werden.