Genderansatz

Ohne Chancengleichheit ist Qualität nicht möglich – Equality ist die Voraussetzung für Qualität!

Forschungsergebnisse belegen, dass es keine Bildung geben kann, die frei ist von der Geschlechtszugehörigkeit, vor allem im Hinblick auf die gegenseitige Geschlechtszuschreibung durch Teilnehmer/innen und Unterrichtende. Dennoch spielen sie im Kontext der Qualitätssicherungsdiskussion bisher nur eine sehr untergeordnete Rolle.

1993 gab das Koordinierungs- und Beratungszentrum für Weiterbildung von Frauen (KOBRA) erstmals einen Kriterienkatalog für die Beurteilung von Weiterbildungsangeboten unter frauenspezifischen Aspekten heraus. (Vgl. Balli et al. 1993.) Dieser wurde später aufgegriffen und weiterbearbeitet von der Arbeitsgruppe Qualitätsmanagement im Rahmen des beim Bundesinstitut für Berufsbildung angesiedelten Projektes unter dem Titel Chancengleichheit in der Aus- und Weiterbildung von Frauen. (Vgl. Bundesinstitut für Berufsbildung 1997.)

Seit dem Jahr 2001 befasst sich Piona Point intensiv mit der Entwicklung eines Prüfsiegels für die IT-Weiterbildung mit Frauen, wobei der Verband wiederum die entwickelten Ansätze von KOBRA und der Arbeitsgruppe Qualitätsmanagement in die eigenen Überlegungen einbezogen hat. Bis heute sind das Grundmodell Piona-Siegel und Qualitätskriterien für die Bereiche ‚Dienstleistung’ und ‚Unternehmung’ erarbeitet worden. Dabei wird das Prinzip der Chancengleichheit ins Zentrum der Qualitäts-Debatte gerückt.


Quellen

  • Christel Balli/ Roswitha Jungkurz/ Renate Wielpütz [1993]: Weiterbildung für Frauen. Eigenpublikation. Berlin.
  • Bundesinstitut für Berufsbildung [Hrsg.] [1997]: Qualitätssicherung und Chancengleichheit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung von Frauen. Ergebnisse der Arbeitsgruppe “Qualitätsmanagement in der beruflichen Bildung für Frauen” im Rahmen des BIBB-Vorhabens “Chancengleichheit in der Aus- und Weiterbildung von Frauen”. Berlin.